Was Herzblut alles bewegen kann

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25. August 2021
Die wahrscheinlich speziellsten Winterthurer Musikfestwochen aller Zeiten sind zu Ende. Die Alternative zum Altstadtfestival hat funktioniert: fast immer ausverkaufte Pärke, reibungslose Umsetzung der Schutzmassnahmen sowie sehr viel positives Feedback von Besucher:innen und Bands.

Es waren zwölf ganz besondere Tage in Winterthur. Die Musikfestwochen haben ihre Festivalalternative an anderen Standorten und mit neuen Herausforderungen, aber mit gewohnt vielseitigem Programm über die Bühne gebracht. Sowohl der Rychenbergpark als auch der Büelpark waren an fast allen Tagen ausverkauft, und auch das Kleinkunstprogramm im Roulotte sowie die Konzerte in der Stadtkirche und im Gewerbemuseum fanden Anklang. Über 35‘000 Besucher:innen besuchten die rund 100 Konzerte und Veranstaltungen. Was besonders erfreulich war: Die Umsetzung der Schutzmassnahmen verlief komplett reibungslos.

NUR DANK RIESIGEM ENGAGEMENT

Das 40-köpfige OK sowie die über 850 freiwilligen Helferinnen und Helfer machen die Musikfestwochen möglich. Gemeinsam leisteten sie rund 30‘000 freiwillige Arbeitsstunden. Es zeigt sich: Mit Herzblut und Engagement lässt sich inner kürzester Zeit ein liebevolles, gelungenes Festival realisieren. Das gibt es nur in Winterthur.

HIGHLIGHTS IM PROGRAMM

Typisch MFW: Hochkarätige internationale Newcomer, Schweizer Musik am Puls der Zeit und drei aufgefrischte Liebeleien. Am Hauptwochenende feierten mit Faber (gleich zweimal), Dino Brandão, Sophie Hunger und KUMMER sämtliche Hauptacts fulminant ihre Rückkehr in die Musikstadt. Die Musikfestwochen schreiben ihre Geschichte weiter – als Plattform für Neuentdeckungen, als Nachwuchsförderin und als Ort, an dem man erstmals CH-Festivalluft schnuppert und wohin alle gerne zurückkehren. So waren es für Los Bitchos, Finn Ronsdorf, Kerosin95, My Ugly Clementine, Majan und Lalalar die allerersten Auftritte in der Schweiz. Viele Schweizer Acts reisten mit brandneuer Musik an, so etwa Fai Baba, Andrea Bignasca, /A\ und District Five.

Auch die Förderung von Talenten stand wieder im Fokus: Von der Startrampe über Band-it und Winti Night bis hin zur Matinée der Musikschulen durften Newcomer und Nachwuchsmusiker:innen ihr Können unter Beweis stellen. Den Sprung auf die grosse Bühne schafften Hermanos Gutiérrez, die 2019 auf der Startrampe gespielt haben.

LIEBESERKLÄRUNGEN VON BANDS

«Was ihr hier habt, das gibt‘s sonst nirgendwo in der Schweiz. Danke, dass wir dabei sein dürfen.» Mit diesem Worten wandte sich Nico Schulthess von Al Pride an das Büelpark-Publikum. Und es war nicht die einzige Liebesbezeugung. Die Musikerinnen und Musiker waren – nach teilweise fast zwei Jahren Bühnenabstinenz – spürbar begeistert und berührt, wieder vor Publikum spielen zu können. «Es bedeutet mir unfassbar viel, dass ich wieder zurückkommen konnte und heute hier stehen darf», sagte Kraftklub-Frontmann Felix Brummer, der mit seinem Soloprojekt KUMMER nur gerade zwei Festivalshows spielen konnte – eine davon in Winterthur.

WERMUTSTROPFEN NO-SHOWS

Nach dem geglückten Auftakt stieg die No-Show-Rate – der Anteil an nicht entwerteten Gratistickets – am ersten Sonntag und Montag auf teils über 30 Prozent. Ein Wert, der doppelt schmerzt: Die MFW spürten das Ausbleiben deutlich in den Gastro- und Kollekteneinnahmen, und viele Musikfans, die vielleicht auch tatsächlich gekommen wären,  haben keine Tickets mehr erhalten. Dank einer Ticketbörse sank die Rate wieder.

 

WIR SAGEN EIN LETZTES MAL VON HERZEN DANKE. ALLEN, DIE DIE MUSIKFESTWOCHEN IN IRGEND EINER FORM MITTRAGEN. OHNE EUCH GINGE ES NICHT.

 

Ach ja: Die 47. Winterthurer Musikfestwochen finden vom 10. – 21. August 2022 statt.

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